Verwirrung und Streit

 

Brigham Youngs Adam-Gott-Lehre hat viel Verwirrung in die Mormonenkirche gebracht. Wilford Woodruff, der vierte Präsident der Kirche, erklärte einmal: „Hört auf, euch darüber zu sorgen, wer Gott ist, wer Adam ist, wer Christus ist, wer Jehovah ist. Überlasst um Himmels Willen diese Dinge sich selbst… Gott ist Gott, Christus ist Christus. Der Heilige ist der Heilige Geist. Das zu wissen, sollte für euch und für mich genügen… Ich sage dies, weil wir jeden kleinen Augenblick mit Fragen von Ältesten bedrängt werden, die begierig sind, zu wissen, wer Gott ist, wer Christus ist und WER ADAM IST. ICH SAGE DEN ÄLTESTEN ISRAELS: HÖRT DAMIT AUF! (Millennial Star, Bd. 57, S. 355-356)

In aller Fairness der Mormonenkirche gegenüber sollte erklärt werden, dass sie die Adam-Gott-Lehre nicht mehr lehrt, obwohl einige Mitglieder der Kirche immer noch daran glauben. Jeder, der erwischt wird, diese Lehre zu lehren, läuft Gefahr exkommuniziert zu werden. Dies zeigt aber die Unbeständigkeit der Mormonenkirche; denn sie sagen, dass Brigham Young ein Prophet war, und zur selben Zeit werden sie eine Person exkommunizieren, weil sie an seine Lehren glaubt.

Sogar bis vor der Jahrhundertwende schienen sich die Mormonenführer schon für die Adam-Gott-Lehre zu schämen. Am 28. November 1898 erklärte George Q. Cannon, ein Mitglied der Ersten Präsidentschaft, dass Brigham Young einige Dinge in Bezug auf Adam und Jesus gelehrt hatte, aber sie hatten das Gefühl, dass es nicht “weise wäre, diese Dinge zu verteidigen”:

„Ich wurde gestern Nachmittag von einem jungen Mann angehalten, der wissen wollte, ob Adam der Vater unseres Herrn und Erlösers warob er das Wesen ist, das wir anbeten, usw. Nun, wir können uns sehr leicht in Verwirrung bringen, wenn wir uns entscheiden, über Lehren und Grundsätze dieser Art zu spekulieren. Der Herr hat durch Seinen Propheten gesagt, dass es zwei Personen in der Gottheit gibt. Das sollte für uns zur gegenwärtigen Zeit ausreichend sein… Bezüglich der Lehre in Bezug auf ADAM UND DEN ERLÖSER, lehrte der Prophet Brigham Young einiges darüber; aber die Erste Präsidentschaft und die Zwölf HALTEN ES NICHT FÜR WEISE, DIESE ANGELEGENHEITEN ZU VERTEIDIGEN. Es genügt zu wissen, dass wir einen Vater haben – Gott den Ewigen Vater, der sich durch Seinen Heiligen Geist denen offenbart, die ihn suchen, und dass Jesus Christus Sein Sohn ist, unser Erlöser, der Erretter der Welt.“ (Proceedings of the First Sunday School Convention of the Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, Salt Lake City, 1899, wie in "The Position of Adam in Latter-day Saint Scripture and Theology," zitiert, S. 69-70)

 

Obwohl die Mormonenführer versuchten, Brigham Youngs Adam-Gott-Lehre abzulegen, glaubten viele Mormonen weiterhin daran. Rodney Turner zitiert Charles W. Penrose, ein Mitglied der Ersten Präsidentschaft, folgende Aussage von 1916: „Es bleibt immer noch, ich kann es an Hand der Briefe sagen, die mir zugespielt wurden, die Vorstellung unter einigen Leuten, dass Adam der Allmächtige und Ewige Gott war und ist.“ ("The Position of Adam in Latter-day Saint Scripture and Theology," Seite 81) Auf derselben Seite dieser These, zitiert Rodney Turner Penrose wie folgt: “… die Ansicht, dass Adam das Wesen ist, das wir anbeten sollten, hat von einigen unserer Brüder Besitz ergriffen.“

In einem Brief vom 11. Mai 1966 schrieb der Mormonenapostel LeGrand Richards: „Ihre dritte Frage: ‚Ist die Adam-Gott-Lehre, wie sie im Journal of Discourses gelehrt wird, wahr?’ Antwort: Nein.“ In unserem Case, Bd. 3, S. 122, zeigen wir, dass einige Mormonenführer jetzt behaupten, dass Brigham Young falsch zitiert wurde. Diese Behauptung ist völlig falsch. Rodney Turner, der jetzt Religion an der Brigham-Young-Universität lehrt, meint, dass es unmöglich ist, eine solche Position aufrecht zu erhalten:

„Wurde Brigham Young falsch zitiert? Die Meinung des Autors ist, dass die Antwort auf diese Frage ein kathegorisches 'Nein' ist. Es gibt nicht den geringsten Beweis von Brigham Young oder irgendeiner anderen Quelle her, dass entweder seine ursprünglichen Bemerkungen vom 9. April 1852 oder jede andere seiner nachfolgenden Aussagen in den offiziellen Publikationen der Kirche je falsch zitiert wurden…

Im Lichte von Brigham Youngs Einstellung gegenüber Irrtümern anderer und in Hinblick auf die Spaltung, die durch seine Bemerkungen in Bezug auf Adam geschaffen wurden, würde es die Leichtgläubigkeit eines jeden bis zum Zerreißpunkt strapazieren, zu glauben, dass er still geblieben wäre, wenn er falsch zitiert worden wäre. Im Gegenteil, wir würden von ihm erwarten, dass er ziemlich wachsam über die Art und Weise wäre, wie seine Ansprachen in den offiziellen Organen der Kirche veröffentlicht würden.

Präsident Young zögerte nicht zu zitieren, was er als falsche Vorstellung von Orson Pratt, Kapitel für Kapitel, Vers für Vers, ansah. Wären falsche Lehren in Bezug auf Adam wegen falschen Zitierens seiner Ansprachen entstanden, hätte Brigham Young mit Sicherheit zu einer oder anderen Zeit auf diese Falschzitierungen hingewiesen – aber er tat dies nie… Das vollständige Fehlen jeden Beweises vom Gegenteil zwingt den Schreiber zur Schlussfolgerung, dass Brigham Young in den offiziellen Publikationen der Kirche nicht falsch zitiert worden ist. ("The Position of Adam in Latter-day Saint Scripture and Theology," Magisterarbeit, BYU, S. 45-47)

 

Auf Seite 58 derselben These erklärt Rodney Turner: “Ein sorgfältiges, unbeeinflusstes Studium dieser verfügbaren Erklärungen, wie man sie in den öffentlichen Publikationen der Kirche findet, wird keine andere Schlussfolgerung zulassen als die, dass die Identifizierung Adams mit Gott dem Vater durch Brigham Young eine unwiderlegbare Tatsache ist.“

Wir müssen Rodney Turner zustimmen; die Beweise, dass Brigham Young die Adam-Gott-Lehre lehrte sind „unwiderlegbar“.

weiter

Kapitel 9 "Die Gottheit"

Kapitel 10 "Die Adam-Gott-Lehre"

Kapitel 20 "Die Jungfrauengeburt"

aus "Mormonism - Shadow or Reality?"
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